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Besuch in “de Äppelkischd”

Der Apfel – er ist ein Sinnbild für Fruchtbarkeit und Leben. “Ein Apfel am Tag, hält Dich fern vom Grab!” So jedenfalls glaubt es, eine Volksweisheit zu wissen. Schon die Römer kannten rund 30 verschiedene Sorten, ja gar in der Steinzeit wurden Äpfel kultiviert und geschätzt. Als die “Äppelkischd” Deutschlands gilt die Region rund um Merzig im kleinen Saarland. Denn schon seit Jahrhunderten werden das Merziger Becken und die umliegenden Gauhöhen vom Menschen und seinen Streuobstwiesen mit tausenden Hochstamm-Obstbäumen geprägt.

Hier gedeihen die Zutaten für den in der Region so typischen “Viez “, der im Hessischen auch Äppelwoi genannt wird und bereits von den Römern als Weinersatz (“vize vinum”) geschätzt wurde. Zudem werden die reichen Obsterträge längs der “Merziger Äppelkischd” für selbstgebrannte Obstschnäpse genutzt … viele der 17 Stadtteile sind daher bis heute durch die Landwirtschaft geprägt und haben sich ihren dörflichen Charakter erhalten.

Hier, im Dreiländereck zu Frankreich und Luxemburg, wo die Menschen seit jeher eine leicht französisch “angehauchten” Lebensstil an den Tag legen, gibt es – neben den Streuobstwiesen -, viel zu sehen. Etwa die Wölfe im Merziger Wolfspark. Sanfte Hügel und markante Höhenzüge mit zum steilen Taleinschnitten. Und natürlich die Saarlschleife.

In gemeinsamen Aktion bemühen sich Land, Landkreis wie auch der Naturpark Saar-Hunsrück und die Kreisstadt Merzig selbst, dieses kulturelle Erbe zu erhalten. So gibt es einen Streuobstwanderweg und einen Apfelsortengarten.

Einmal im Jahr “steigt” zudem das große Viezfest: Nach dem offiziellen Startschuss, der traditionsgemäß um 10.30 Uhr auf der Treppe des historischen Stadthauses fällt, erwartet die rund 30.000 Gäste aus dem ganzen Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland dabei ein beeindruckendes Angebot an kulinarischen Spezialitäten der Region, das von Köchen aus rund 40 Vereinen zubereitet wird.

Natürlich gehört auch der Viez all` seinen Variationen – ob feinherb oder süß, ob heiß oder kalt, oft mit Honig oder anderen schmackhaften Zusätzen veredelt – zum Pflichtprogramm für jeden Festbesucher. Und auch der in kleinen Familienbetrieben gebrannte “Gauwhisky” (so die Bezeichnung für die verschiedenen hochprozentigen Obstschnapssorten aus Pflaume, Mirabelle, Apfel oder Birne) will natürlich verkostet sein …

Örtliche Musikvereine sorgen für den passenden, festlichen Rahmen: Heuer wird es wieder Samstag, den 2. Oktober, so weit sein. Weitere Infos unter www.merzig.de.

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© Peter Hoffmann

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