Wie sensibel Urlauber auf politische Unruhen reagieren, das mussten unlängst die Hoteliers und Souvenierhändler in Ägypten und Tunesien schmerzhaft erfahren! Wie also könnte ein Land wie der Irak, das uns regelmäßig durch blutige Anschläge in Erinnerung gerufen wird, mit der Vorstellung an einen traumhaften und unbeschwerten Urlaub verknüpft werden? Doch genau darum ging es, als das vom Krieg zerrüttete Land – und das zum ersten Mal seit 40 Jahren (!) – wieder auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) in Aktion trat:
Doch auch die Fachbesucher zeigten sich skeptisch. Im zweiten Stock der Halle 3, Stand 104, wurden laut Auskunft der Wirtschaftsplattform Irak nur wenige gesichtet. Dort, zwischen Armenien und Aserbaidschan, hatte der irakische Reiseveranstalter Al-Rafidain seine “Zelte”, pardon: seinen Pavillon, aufgeschlagen. Wobei der Ansturm sich in Grenzen hielt:. Denn nur ab und an wurden am Tresen Broschüren nachgefragt: “Unser Ziel war und ist es, der deutschen Gesellschaft ein neues Image des Irak zeigen”, erklärt Haider Al Hussein, der PR-Berater des Reisebüros. Man wolle klar machen, dass der Irak auf der touristischen Landkarte nach wie vor vertreten ist …
Wobei die Ziele klar gesteckt sind. Für die Zukunft wünscht man sich westliche und vor allem deutsche Touristen: “Wir möchten, dass die die Geschichte unseres Landes besser kennen lernen”, hoffen die Iraker, die bisher vor allem Pilger in ihrem Land und an ihren heiligen Stätten begrüßen konnten.
Wobei man bei den Ausländern vor allem auf die historischen Sehenswürdigkeiten wie Ur, Babylon und Ninive setzt: “Schließlich liegt im Irak die Wiege der Zivilisation, es gibt dort drei antike Stätten, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören – die Ruinen der Partherstadt Hatra, die Stadt Assur sowie die Stadt Samarra!”
Doch wie sieht es aktuell aus, wo die ganz großen Tourismuspläne (und -einnahmen ) noch fern sind? Im Durchschnitt habe man täglich 5000 Touristen, die in den Irak kommen, erzählt Al Hussein. Damit will man sich, ganz allmählich, eine Kundschaft und eine Infrastruktur für Besucher aus dem westlichen Ausland aufbauen.Wobei auch Investoren aus dem ehemals besetzen Kuwait oder dem Iran mit neuen Hotelbauten in Aktion traten!