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Sagenumwobene Schönheiten

Ihr wissenschaftlicher Name – Nymphaeaceae -, stammt aus dem Griechischen und hat eigentlich einen traurigen Hintergrund. Denn schon in uralter Zeit nahm sich, so jedenfalls berichtet es die Sage, eine Wassernymphe aus gekränkter Eifersucht und Liebeskummer das Leben. Doch die Götter hatten ein Einsehen und verwandelten die Unglückliche nach ihrem Tod in eine wunderschöne Blume …

Ganz sicher keine Nymphe verbirgt sich jedoch hinter den Blüten, die in der “Wilhelma” (www.wilhelma.de) in Stuttgart gezeigt werden. Denn die Herkunft der neuen Seerose, die im Teich im Zentrum des Maurischen Gartens blüht, lässt sich genau nachvollziehen. Die ist nämlich ein Geschenk der Gesellschaft der Wasserpflanzenfreunde Unterasbach.
Die gelben Schönheiten wachsen nicht nur in der “Wilhelma”, sondern heißen auch so. Sie sind ein Werk des bekannten österreichischen Züchters Hans Weber und stehen in Betonkübel, in die sie von den Gärtnern im Mai gepflanzt wurden. Womit deren Arbeit noch lange nicht zu Ende ist. Denn die Gärtner sorgen mit einer “Fußbodenheizung” für Badetemperaturen von konstant 28 bis 30 Grad Celsius. Schließlich ist auch in Stuttgart – im Gegensatz zu den Tropen – auf den deutschen Sommer nicht immer Verlass.
Zweimal pro Woche steigen die Pfleger dann zusätzlich in ihren Neoprenanzug und danach ins nasse Seerosenparadies. Warum denn das, wenn es da angeblich so mollig warm ist? Nun, der Anzug schützt nicht etwa vor der Kälte, sondern vor den messerscharfen Stacheln an den Blättern der Victorien: “Die an Kuchenbleche erinnernden Blätter der Riesenseerosen erreichen in unseren Breiten bis zu zwei Meter, in ihrer Heimat Südamerika sogar bis zu vier Meter Durchmesser”, erklären die Pfleger. Ungemein stark sind die Blätter obendrein und könn(t)en gar ein Kind tragen: “Einen Reiher spüren sie jedenfalls kaum!

KW 31 Seerose Wilhelma 3 300x225 Sagenumwobene Schönheiten

© 2010 Copyright Wilhelma

Umgeben sind die Seerosenköniginnen von 36 in allen Formen und Farben blühenden Nymphaea-Arten und -Sorten. Vor Wintereinbruch zieht die ganze feine Teichgesellschaft dann in eine warme Gewächshaus-Residenz. Bis auf die Lotosblume, die selbst in der kalten Jahreszeit im leeren, aber frostfrei gehaltenen Teich ausharrt. Da die neue “Wilhelma” – dank Einkreuzung einer Kaltwasserseerose – ebenfalls als winterhart gilt, könnte Madame Lotos vielleicht demnächst sogar Gesellschaft bekommen …

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