Es ist das größte Korallenriff der Erde, gilt als Weltnaturwunder und spült jährlich hohe Summen an Tourismus-Dollar ins Land. Doch nun, nach der Havarie des chinesischen Kohlefrachters Sheng Neng 1, wird das Great Barrier Reef an der Ostküste Australiens von einer Ölpest bedroht.
Für den WWF zeigt dieser Unfall einmal mehr die mangelnden Sicherheitsstandards auf See: “Die Schiffssicherheit muss angesichts des zunehmenden Verkehrs auch in sensiblen Meeresgebieten dringend erhöht werden”, betont dazu Stephan Lutter. Unter anderem fordert die Umweltschutzorganisation eine Lotsenpflicht für Gebiete wie das Great Barrier Reef. Dadurch lasse sich die Unfallgefahr verringern. Auch müsse das besonders giftige Schweröl als Schiffstreibstoff (an Land wäre es als “Sondermüll” verpönt) verboten werden. Damit nicht weitere der sensiblen Meeres-Ökosysteme in Gefahr geraten!
Das Great Barrier Reef – ein einzigartiger Unterwasser-Urwald -, beherbergt insgesamt mehr als 14.000 Tier und Pflanzenarten, “eine Schatzkammer der Natur”, so der WWF. Unter anderem finden sich hier weit über 300 verschiedene Korallenarten, rund 1.500 Schwammarten und wuchern Wälder aus Seetang.
Etwa 8 Millionen Touristen und Naturfreunde besuchen jährlich das Riff.
Laut Auskunft des WWF wurde das Areal von der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) bereits als so genannte PSSA (Particular Sensitive Sea Area), also ein besonders sensibles Meeresgebiet eingestuft: “Weltweit genießen nur rund ein Dutzend Meeresgebiete, darunter das Wattenmeer und Teile der Ostsee, diesen Schutzstatus!”