„Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder, und der Herbst beginnt.” – So heißt es in einem Volkslied, und tatsächlich ist für viele, besonders Wanderfreunde, der Herbst die schönste Zeit des Jahres. Die Zeit für den zweiten Urlaub des Jahres. Zeit vielleicht sogar für einen Trip in die „Neue Welt”, wo unser europäischer Altweibersommer als Indian Summer bekannt ist. Ein Schauspiel, das im Bereich der Großen Seen oder im Osten Kanadas alljährlich von unzähligen Touristen bestaunt wird:
Die während des Sommers eintönig grün-gefärbten Bäume scheinen nun ein wahres Feuerwerk an Farben „abzubrennen’” …. von Gelb über Orange bis hin zu Blutrot!
Freilich handelt es sich dabei in der Regel keineswegs um neue „Farbkreationen”. Gelbe Farbpigmente gibt es nämlich das ganze Jahr über: Während der Sommermonate werden sie jedoch von den grünen Blattfarbstoffen, den sogenannten Chlorophyllen, überlagert und sind daher unsichtbar!
Erst im Herbst, wenn der Baum sein Grün allmählich abbaut, können wir sie entdecken …
Tatsächlich neu gebildet werden rote Farbtöne; das Braun mancher Blätter geht dagegen bereits auf Zersetzungs- und Fäulnisprozesse zurück!
Stellt sich die Frage, warum Bäume überhaupt ihre Blätter abwerfen? Nun, dies hat weniger (wie häufig fälschlich vermutet) mit der bald einsetzen Kälte zu tun. Grund ist vielmehr die winterliche Trockenheit. Biologisch betrachtet, gleicht eine tief-verschneite Landschaft einer Wüste. Denn der hart und tief gefrorenen Boden hindert die Bäume daran, Wasser aufnehmen. Würden sie an ihren Blättern weitere Feuchtigkeit durch Verdunstung verlieren, dann müssten sie verdursten. Der Grund, warum Bäume lieber ihre Blätter abwerfen und im Herbst das wertvolle Chlorophyll zurück ziehen.
An den zusammengerollten Blättern der Nadelbäume geht dagegen kaum Wasser verloren; sie können daher ganzjährig am Baum verbleiben!